Am 5. und 6. Februar wird Pater J. Hengstermann von der Priesterbruderschaft St. Petrus bei der alten Messe Frankfurt zu Gast sein. Seine Weihe emfing er am 24. Mai 2020 durch Erzbischof Thomas Gullickson, Apostolischer Nuntius in der Schweiz.

Pater Hengstermann wird am Freitag die Leitung der Sühnenacht übernehmen, und am Samstag um 9:30 Uhr noch eine zusätzliche Missa Lecta zelebrieren. Natürlich wird er auch an beiden Tagen nach den jeweiligen hll. Messen den Primizsegen spenden.

Nun bitten wir Dich: lass uns die Fürsprache jener erfahren, durch die wir den Urheber des Lebens empfangen durften.“

Oratio der Messe vom 1. Januar

Liebe Brüder und Schwestern,

1221 übertrug Kaiser Friedrich II dem Deutschorden das Grundstück in Sachsenhausen, auf dem bis heute die Deutschordenskommende steht. Kuno von Münzenberg hatte hier ca. 30 Jahre zuvor, ein Spital das unserer 1190 gegründeten Gemeinschaft anvertraut wurde. Damit beginnt unsere nunmehr 800-jährige Geschichte in Sachsenhausen. Zum Spital gehörte eine kleine romanische Kirche, die vermutlich bereits von Anfang an der Gottesmutter geweiht war. Jedenfalls erhielt unsere 1309 errichtete, heutige Kirche das Patrozinium Maria Himmelfahrt. Sie ist damit die älteste Marienkirche Frankfurts. Dies entsprach dem damaligen Usus im Deutschen Orden, der die Gottesmutter von Anbeginn als seine Schutzfrau verehrte, wie auch sein offizieller Name „Ordo fratrum domus hospitalis Sanctae Mariae Teutonicorum in Jerusalem“ zeigt. Spätestens seit 1221 also wird in ungebrochener Tradition die Gottesmutter hier in Deutschorden als Schutzfrau angerufen und verehrt.

Wenn ich wie an jedem Jahreswechsel Rückschau auf das vergangene Jahr halte, dann scheint es so, als habe es außer Corona nichts gegeben. Dabei hat das Jahr bei uns gut begonnen. Am Anfang stand eine Einladung, in diesem Jahr mittels eines Bibelleseplans das gesamte Neue Testament zu lesen. Anlass war der mit dem Schreiben „Aperiut illis“ eingeführte Sonntag der Heiligen Schrift, den wir am 26. Januar erstmals gefeiert haben. Am gleichen Tag fand unter dem Titel „Im Anfang war das Wort“ ein Vortrag statt, der den Beginn einer eigenen Vortragsreihe für dieses Jahr hätte bilden sollen.

Dann aber kam die Corona-Krise, die Mitte März zur Absage aller Gottesdienste und Veranstaltungen führte. Lediglich die Kirche durften wir zum persönlichen Gebet offenhalten und auch die Kar- und Ostertage feierten wir alleine im Kreis des Konventes. Erst ab dem 3. Mai konnten wir wieder mit den öffentlichen Gottesdiensten beginnen, seither mit Abstand, Hygieneregeln und natürlich Anmeldung. Aber auch seither war an größere Veranstaltungen nicht zu denken. Die Hoffnung, unser Kirchfest in den Sommer zu verlegen, platzte genau wie viele andere Ideen. Ende Oktober kam dann noch die Pflicht zum Tragen eines Mundnasenschutzes während des gesamten Gottesdienstes hinzu.

Besonders schmerzlich war und ist für viele Gläubige das Verbot der Mundkommunion. Dieses wurde zwar für die Messe in der außerordent­lichen Form gelockert, muss aber wegen der von der Diözese zum Infektionsschutz erlassenen Auflagen derzeit außerhalb der Messe erfolgen.

Aber trotz alle dem war dieses Jahr aus meiner Sicht ein gutes Jahr. Wir Brüder durften viel Dankbarkeit dafür erfahren, dass wir während des ersten „Lockdowns“ die Kirche zum Gebet offengehalten haben. Da die Kirchenaufsichten abgezogen worden waren, war stets ein Bruder des Konvents anwesend, um auf die Kirche aufzupassen. Und während in anderen Kirchen die gewohnte Zahl der Gottesdienste ausreicht, mussten wir das Angebot am Sonntag verdoppeln, um bei 48 ausgewiesenen Sitz­plätzen niemanden abweisen zu müssen. Und auch wenn das Anmelden lästig ist und uns zudem noch viel Arbeit macht, so könnten wir nicht da­rauf verzichten, ohne jeden Sonntag dutzende Gläubige abweisen zu müssen, denn unsere Gottesdienstbesucherzahlen sind gegen den allge­meinen Trend in etwa gleichgeblieben und in der außerordentlichen Form sogar leicht gestiegen.

Auch haben wir in diesem Jahr erstmals wieder einen Erstkommunion­kurs begonnen. Fünf Kinder aus beiden Formen der Messe bereiten sich gemeinsam auf den ersten Empfang des Allerheiligsten Altarsakramentes am Weißensonntag, den 11. April, vor. Auch hat sich in beiden Formen das „Gottesdienstpublikum“ verjüngt. Dazu hat auch der aus der Jungen-Alten-Messe erwachsene Kreis junger Familien beigetragen, der trotz der corona-bedingten Beschränkungen weiter angewachsen ist und nun auch Familien umfasst, die regelmäßig in die ordentliche Form gehen. Hier entwickelt sich meines Erachtens ein Teil jener gegenseitigen Be­reicherung die Papst Benedikt mit seinem Motu Proprium „Summorum Pontificum“ erreichen wollte. Eine Bereicherung, die wir auch in anderen Bereichen an unserer Deutschordenskirche sehen können. So haben die Kontakte und der Austausch zwischen den verschiedenen Gruppen von Gläubigen zugenommen, gibt es gegenseitige Unterstützung und Zusammenarbeit. Dies alles stimmt mich für die Zukunft zuversichtlich, dass Deutschorden eine gute Entwicklung nehmen und gegen den allgemeinen Trend wieder wachsen wird.

Neben der Coronakrise war ein weiterer Einschnitt die Rückverlegung des Noviziates nach Maria Birnbaum im September 2020. Es war 2012 mit mir von dort nach Frankfurt gekommen. Seither haben die Novizen unseren Kirchort mitgeprägt und vor allem durch ihre liturgischen Dienste Anteil an seiner positiven Entwicklung. Hierfür darf ich allen, die bei uns ihr Noviziat verbracht haben herzlich danken.

Nun haben wir im September 2020 unsere letzten beiden Novizen Frater Ivica und Frater Ignatius verabschiedet. Beide haben zwischenzeitlich für ihre Provinzen die zeitliche Profess abgelegt. Seither ist es in unserem Haus etwas ruhiger geworden und Frater Samuel ist häufig der einzige Ministrant, den wir haben. Auch er wird nach dem Ende seines Studiums in einen anderen Konvent ziehen, um dort pastorale Erfahrungen zu sammeln. Aber auch hier – bin ich gewiss – wird es wieder Lösungen geben, wenn wir uns Gottes barmherziger Liebe und der Fürsprache Mariens anvertrauen.

Wenn ich auf das letzte Jahr zurückschaue, sehe ich trotz aller Probleme viele positive Entwicklungen, die – da bin ich mir sicher – nicht zuletzt eben dieser Fürsprache zu verdanken sind. Mariens mächtigem Schutz vertraue ich Sie im nun beginnenden Jubiläumsjahr an, so wie es auch das Tagesgebet vom 1. Januar tut. Mögen Sie alle immer und überall ihre Fürbitte erfahren.

Ihnen und allen, die Ihnen am Herzen liegen, wünsche ich
– auch im Namen meiner Mitbrüder –

ein gnadenreiches Jahr 2021

Ihr
P. Jörg Weinbach OT
– Kirchenrektor

Wie in den Jahren zuvor feiern wir auch in diesem Advent wieder drei Roratemessen. Und zwar an folgenden Tagen:

Roratemessen sind Marienmessen, der offizielle Titel lautet: Votivmesse von der Seligen Jungfrau Maria im Advent. Ihr Name leitet sich vom lateinischen Missa ‘Rorate‘ ab (der Introitus dieser Messe beginnt mit ‘Rorate‘).

Roratemessen sind in Deutschland Votivmessen III. Klasse und damit die einzigen Votivmessen, die im Advent gefeiert werden dürfen, alle anderen sind in dieser Zeit verboten (mit Ausnahme der Votivmessen am Herz-Jesu-Freitag und Mariä-Sühnesamstag) . Nach dem 16. Dezember sind dann auch die Roratemessen nicht mehr erlaubt, weil von diesem Tag an der Hohe Advent beginnt, dessen Wochentage mindestens II. Klasse sind.

Der Hochwürdigste Herr Generalvikar des Bistums Limburg hat am 1. Oktober 2020 neue Normen für die Spendung der Mundkommunion erlassen. Sie ist nun – nach einem zeitweiligen Verbot – wieder erlaubt, wobei allerdings strenge hygienische Auflagen zu beachten sind.

Da diese Auflagen u.a. eine Desinfektion der Hände nach jeder einzelnen Kommunionspendung vorsehen, können wir die Mundkommunion in der alten Messe derzeit jedoch nicht in der heiligen Messe spenden, vielmehr werden wir dies jeweils im Anschluss an die Heilige Messe tun. Die entsprechenden Hinweise, wie die Kommunionspendung im Einzelnen abläuft, werden wir vor der Messe bekannt geben.